Im Wachstum

Ein Jahreswechsel bringt viel Neues mit sich. Nun. Für Herrn Klein trifft das bei dem Anstehenden auf jeden Fall zu. Nicht nur, dass er Mitte Jänner eine kleine Schwester ins Haus bekommt. Er wird ab 3. Jänner auch zu den „großen“ Kindern in den Kindergarten wechseln. Er wird also doppelt groß in recht kurzer Zeit. Zu groß ?

Das werden wir sehen. Er befindet sich ja immer noch in einem Alter, in dem er nicht angelaufen kommt und mir von seinem Tag erzählt. (Wenn er das je tut) Er erzählt mir zwar, dass er geschlafen hat und gegessen. Und vielleicht auch, dass er gespielt hat und mit wem. Aber nicht, dass er bei den großen Kindern auf Besuch war. Die sind nämlich eine Etage über ihm angesiedelt und seit einem Monat geht er fast täglich für eine Weile hinauf um sich dort „umzuschauen“.
Und weil er mir das nicht erzählt, weiß ich auch nicht, wie es ihm da gefällt. Da oben. Bei den „Lemon Trees“. Und weil ich das nicht weiß, weiß ich auch nicht, wie ich ihn bestmöglich unterstützen kann.

Ich will ihm keinen Druck machen, auch wenn der im Raum steht. Denn ab 3. Jänner gibt es kein zurück. Da gibt es keine Besuche mehr und dann die Rückkehr in den sicheren Hafen der Krippe. Wo er sich auskennt. Die Abläufe weiß. Jedes Kind beim Namen nennen kann. Ab 3. Jänner ist er ein Lemon Tree und beginnt und endet den Tag umgeben von 40 anderen Kindern. Fast alle älter als er.

Ob mir das gefällt, dass er keine Möglichkeit hat in den sicheren Hafen zeitweise zurückzukehren weiß ich nicht. Es spielt auch keine Rolle mehr. Was gilt ist ihn bestmöglich zu stärken und für ihn da zu sein.

Auf Nachdruck durfte ich nun endlich die Pädagoginnen kennenlernen. Nun – zumindest 2 von 6. So dass ich wenigstens Namen habe, die ich ins Gespräch einbringen kann. Ein wenig Glück habe ich, dass ich im Mutterschutz bin und ihn die ersten Tage gut auffangen kann. Dass ich ihn jederzeit abholen kann, wenn es ihm zu viel wird. Und er sich so langsam eingewöhnen kann. In seinem Tempo. So, wie er es bisher gewohnt war.

Denn auch wenn es nur ein kurzer Umzug im gleichen Haus ist, so ist es eine massive Veränderung. Doppelt so viele Kinder. Fast doppelt so viele Pädagoginnen. Komplett neue Umgebung und neues Material. Ein neuer Tagesablauf.
Wenn wir bedenken wie schwer wir uns bei einem Jobwechsel tun, so wird uns vielleicht ein wenig bewusster, wie es so einem kleinen Menschen gehen muss. Der noch nicht alles einfach artikulieren kann, wenn er sich nicht auskennt. Der nicht einfach abends aufs Sofa fällt und sich denkt: „Naja, in ein paar Tagen oder Wochen werde ich mich schon eingelebt haben.“
Wir glauben oft „Kinder sind anpassungsfähig“ und „flexibel“. Das stimmt – so wir sie denn auf Veränderungen vorbereiten und ihnen Zeit geben, sich mit dem Gedanken zu befassen. Es bedeutet nicht, dass wir sie einfach vor vollendete Tatsachen stellen und erwarten, dass sie diese so akzeptieren, wie wir uns das vorstellen.
Also kann ich nur versuchen Herrn Klein daheim die nötige Kontinuität zu bieten. Die Routine, die er kennt und die ihm Sicherheit gibt. So lange, bis das nächste Großereignis ansteht.

Wir sind gespannt. Aber heute heißt es erst einmal Abschied nehmen und Danke sagen. Danke an die Pädagoginnen, die ihn die letzten 1,5 Jahre begleitet haben.

Und alles weitere sehen wir dann im Jänner.

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